Cornelia Quathamer wird am 11. Februar 1954 als erstes Kind von Werner Quathamer und Eva-Maria Quathamer in Oldenburg geboren. Sie ist die ältere Schwester von Ulrike Quathamer-Vettorel.
Eine Woche vor Cornelias Geburt stellt Daimler-Benz auf der International Motor Sports Show in New York den Mercedes 300 SL vor. Dabei handelt es sich um die straßentaugliche Version des Mercedes W 194 – einem 1952 entwickelten Sportwagen, der gleich im ersten Jahr mehrere bedeutende Wettbewerbe wie das Eifelrennen, die 24 Stunden von Le Mans und die Carrera Panamericana in Mexiko gewonnen hat. Als erstes viertaktiges Serienfahrzeug der Welt verfügt der 300 SL – die Abkürzung steht für „Superleicht“ – über eine mechanische Benzindirekteinspritzung, die dem 3,0-Liter-Sechszylinder zu Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 260 Stundenkilometern verhilft und ihn damit zum schnellsten Serienfahrzeug seiner Zeit macht. Optisch am markantesten sind seine nach oben schwingenden Türen, die dem Fahrzeug schon bald den Beinamen „Gullwing“ (englisch für „Möwenflügel“) einbringen.
Neben dem 300 SL präsentiert Daimler-Benz bei der vom 6. bis 14. Februar 1954 laufenden Schau auch den offenen 190 SL, einen kompakten Roadster. Beide Fahrzeuge begeistern Publikum und Fachpresse gleichermaßen. Das US-Magazin Road & Track etwa hebt Straßenlage, Handling, Lenkpräzision sowie die schiere Fahrleistung des 300 SL hervor und resümiert: „Der Sportwagen der Zukunft ist Wirklichkeit geworden.“ Die Redakteure von „Auto Motor und Sport“ sprechen gar von einem „automobilen Traum“.
Im Fokus der deutschen Automobil-Presse steht derweil noch ein weiteres Fahrzeug: der Opel Kapitän. Ihm widmet „Auto Motor und Sport“ in der Februar-Ausgabe 1954 eine ausführliche Titelgeschichte. Im Herbst 1953 hat die neue Modellreihe des Klassikers eine Ponton-Karosserie im amerikanischen Stil erhalten. Ihr charakteristisches Merkmal ist ein verchromter Kühlergrill, von Zeitgenossen bald als „Haifischmaul“ bezeichnet. Der mit einem 2,5-Liter-Sechszylinder-Motor ausgestattete Wagen kostet 9.660 Mark und richtet sich an den aufstrebenden deutschen Mittelstand – an Handwerker, Händler und leitende Angestellte, die sich im Zuge des Wirtschaftswunders erstmals ein Automobil der gehobenen Klasse leisten können. Neun Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, der Deutschland am Boden zerstört zurückgelassen hat, ist diese Klientel gar nicht einmal so klein.
Wie viele Opel-Kapitän-Karossen mit Haifischmaul im Laufe des Jahres 1954 die Straßen von Cornelias Heimatstadt Oldenburg bevölkern, ist nicht überliefert. Doch auch dort hat sich das Leben seit der Währungsreform vom Juni 1948 und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland deutlich zum Besseren gewendet. In Cornelias direktem Umfeld lässt sich dies unter anderem am Status der Eltern ablesen: Vater Werner, als Kriegsversehrter mit nur einem Bein und ohne große Illusionen über seine Zukunft nach Hause zurückgekehrt, verfügt nun als Zollbeamter über eine sichere und vergleichsweise gut dotierte Stellung. Mutter Eva-Maria wiederum, die 1945 ein Lehramtsstudium aufgenommen hat, unterrichtet seit ihrem Abschluss an der Volksschule im Stadtteil Ofenerdiek.
Auch die in den ersten Nachkriegsjahren katastrophale gesundheitliche Versorgung hat sich Mitte der 1950er Jahre deutlich verbessert – ein Umstand, der Cornelias Mutter vermutlich das Leben rettet. Als Eva-Maria Quathamer 1957 oder 1958 an Tuberkulose erkrankt, darf sie dank neuer Medikamente und Behandlungsmethoden auf vollständige Genesung hoffen. Dazu zwingend erforderlich ist allerdings ein mehrmonatiger Aufenthalt im Lungensanatorium Wehrawald in Todtmoos, also weit weg von zu Hause.
Für Cornelia zweifellos eine schwierige Phase, muss sie doch in der von der Familie angemieteten Wohnung in dieser Zeit ohne Mutter auskommen. Zum Glück gibt es neben Vater Werner noch weitere enge Bezugspersonen: Conrad Jung, der Zwillingsbruder von Mutter Eva-Maria, dessen Ehefrau Käthe und ihre gemeinsame, ebenfalls 1954 geborene Tochter Constanze. Sie leben zusammen mit Großmutter Margaretha Jung auf einem Bauernhof in Hurrel. Dort verbringt Cornelia den Umständen geschuldet schon als Vierjährige viel Zeit, und die Beziehung zu ihrer sieben Monate jüngeren Kusine Constanze soll sich im Laufe der folgenden Jahre noch weiter vertiefen. Constanzes Erinnerung zufolge wachsen beide wie Schwestern auf. Für sie ist die kurz „Culle“ gerufene Kusine die ganze Kinder- und Jugendzeit hindurch ein fester Bezugspunkt.
Im Frühjahr 1960 – Mutter Eva-Maria ist inzwischen als geheilt aus dem Sanatorium entlassen – wird Cornelia in die Volksschule Dietrichsfeld eingeschult. Wie übrigens ein Jahr darauf auch Constanze: Weil Constanzes Eltern in der Oldenburger Innenstadt das Fachgeschäft „Radio Jung“ führen, scheint dies die bessere Lösung zu sein als der Besuch der eigentlich zuständigen Volksschule in Hurrel. Bald nach der Einschulung steht für Cornelia eine räumliche Veränderung an. Ihre Eltern haben am Balthasarweg im Stadtteil Eversten ein Eigenheim errichtet. Von dort aus besucht sie nach dem Ende ihrer Grundschulzeit das 1964 gegründete Gymnasium Eversten, das in den ersten Jahren seinen Sitz am Waffenplatz hat. Im Juli 1966 kommt dann Cornelias Schwester Ulrike zur Welt.
Die Beziehung zu Constanze Jung, deren Schwester Inka-Kathrin im Januar 1967 geboren wird, gewinnt Anfang der 1970er Jahre noch einmal an Tiefe. Zum einen durch eine von der Arbeiterwohlfahrt organisierte Sprachreise, die die zwei Kusinen im Sommer 1971 nach London führt. Zum anderen aber auch dadurch, dass Cornelia sich die täglichen Fahrten von Conrad und Käthe Jung nach Oldenburg zunutze macht und 1973 eine kleine Wohnung auf deren Hof in Hurrel bezieht. Constanze absolviert zu diesem Zeitpunkt eine Ausbildung beim in der Langen Straße ansässigen Juwelier Kurt Sündermann, für Cornelia ist es das letzte Schuljahr vor dem Abitur. Nebenher jobbt sie in der Oldenburger Filiale der Buchhandelskette Montanus.
Nach dem Abitur im Frühjahr 1974 nimmt Cornelia in Heidelberg ein Jura-Studium auf. Dies gerät jedoch bald zur Nebensache, als die frühere Leiterin von Montanus Oldenburg in die Heidelberger Filiale des Unternehmens wechselt. Cornelia, die sich mit ihr allem Anschein nach gut versteht, ist fortan häufiger in den Verkaufsräumen von Montanus Heidelberg anzutreffen als in den Hörsälen der Universität. Schließlich bricht sie ihr Studium ab und trifft die Entscheidung, hauptberuflich bei Montanus einzusteigen. Das führt Cornelia bald darauf zurück nach Oldenburg, wo sie im Februar 1980 den Umzug der Filiale von der Schüttingstraße an die Lange Straße mitmacht. In den folgenden Jahren steigt sie dort bis zur für den gesamten norddeutschen Raum zuständigen Bezirksverkaufsleiterin auf.
Nach ihrer Rückkehr wohnt Cornelia wieder auf dem Hof von Conrad und Käthe Jung in Hurrel – zunächst mit ihrem Freund Uwe Raupach, später dann mit Schwester Ulrike. Kusine Constanze lebt zu diesem Zeitpunkt bereits mit Ehemann Rainer Fechner und den Töchtern Kyra und Insa in Villingen nahe Freiburg. Dadurch sehen sich beide deutlich seltener, aber dennoch bei jeder sich bietenden Gelegenheit.
Eine solche Gelegenheit wäre 1988 sicher auch das nahende Weihnachtsfest gewesen. Doch dazu kommt es nicht mehr. Am 6. Dezember jenes Jahres stößt Cornelia auf dem Heimweg von der Arbeit auf der Oldenburger Stadtautobahn zwischen den Ausfahrten Haarentor und Eversten frontal mit einem Geisterfahrer zusammen und wird schwer verletzt ins Klinikum Kreyenbrück gebracht. Auf Drängen der Familie erfolgt noch eine Verlegung in das für Verletzungen ihrer Art stärker spezialisierte Evangelische Krankenhaus, doch auch das rettet Cornelias Leben nicht: Sie stirbt am 11. Dezember 1988 und wird fünf Tage später auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg beigesetzt.