Georg Lange – Biographie

Georg Lange wird am 18. August 1895 als fünftes Kind von Johann Lange und Marie Lange auf dem elterlichen Hof in Hurrel (heute: Helmut und Linda Braun) geboren. Er ist der jüngere Bruder von Friedrich Lange, Katharine Claußen und Johann Lange und der ältere Bruder von Wilhelm Lange, August Lange und Martha Parisius. Eine weitere, namenlos gebliebene Schwester stirbt 1893 bereits am Tag ihrer Geburt.

Während Georgs ältere Geschwister einen Teil ihrer Schulzeit noch in der gemeinsam mit dem Nachbardorf betriebenen Volksschule in Lintel absolvieren, besucht er von Anfang an die 1897 im Ortskern von Hurrel neu erbaute und anfangs von Georg Schelling geleitete Schule. Dort erlebt er mit Johann Logemann und Heino Schierenbeck bis zu seiner Entlassungsfeier noch zwei weitere Schulleiter.

Wann es sich genau entscheidet, dass Georg einmal den 1887 von seinem Vater Johann gekauften Hof übernehmen soll, ist nicht überliefert. Offiziell wäre sein jüngerer Bruder August erbberechtigt gewesen. Dieser entscheidet sich jedoch für eine Laufbahn als Lehrer. Auch Wilhelm, der zweitjüngste Sohn, verzichtet oder kommt aus anderen Gründen nicht zum Zuge.

Den Ersten Weltkrieg, an dem er als Soldat teilnimmt, übersteht Georg unbeschadet, so dass er sich ab 1919 wieder ganz der Landwirtschaft widmen kann. Im darauffolgenden Jahr heiratet er Anna Vosteen aus Steinkimmen, am 6. April 1921 kommt Tochter Lily zur Welt. Auch das zweite Kind ist eine Tochter – am 4. November 1925 komplettiert die Geburt von Wilma die junge Familie.

Als Georgs Vater 1933 stirbt, führt er mit Anna den Hof weiter und bringt ihn ohne nennenswerte Einschränkungen durch die Nazi-Diktatur und die Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Zwar müssen – anders als auf vielen anderen Hurreler Höfen – im Hause Lange keine Söhne an die Front. Opfer in der Familie gibt es aber gleichwohl, denn sowohl Georgs jüngerer Bruder August als auch sein Neffe Johann Lange – der in der Nachbarschaft wohnende Sohn seines Bruders Friedrich – kehren nicht aus dem Feld nach Hause zurück. Kurz vor Ende des Krieges wird auch Georg noch einberufen und der an der Ahnenstätte Hilligenloh stationierten Flugabwehr zugeteilt.

Nach der Kapitulation im Mai 1945 ist Georg einer der Ansprechpartner der alliierten Besatzer im Dorf und hilft in dieser Funktion unter anderem mit, die Unterbringung der zahlreichen Vertriebenen aus den Ostgebieten zu organisieren. Einer dieser Vertriebenen – der zunächst im Nachbardorf Hemmelsberg untergekommene Artur Braun aus Hinterpommern – wird im November 1947 sein Schwiegersohn. Zur Hochzeit von Artur und Wilma Braun reist auch Arturs in Stoltenhagen bei Rügen gestrandeter Vater Reinhard an und beschließt angesichts der wenig verheißungsvollen Zukunftsaussichten in der sowjetischen Besatzungszone kurzerhand, in Hurrel zu bleiben.

Zwar bleibt der Hof nach Wilmas Heirat formell in Georgs Besitz, doch bereits in den Jahren vor seinem 65. Geburtstag im August 1960 gibt er Stück für Stück Verantwortung an den in der Landwirtschaft sehr versierten Artur ab. Der Geburt der Enkelkinder Egon und Helmut folgt 1957 der Bau eines neuen Wohnhauses, bei dem auch Georg, Anna und Reinhard mit anpacken.

Als 1969 der Bau eines neuen Schweinestalls ansteht, geht es Anna und Reinhard, mit dem sich Georg all die Jahre über sehr gut verstanden hat, gesundheitlich schon deutlich schlechter. Anna stirbt noch im Dezember desselben Jahres, Reinhard zwei Monate später. Georg dagegen zeigt keinerlei Ermüdungserscheinungen und erlebt 1972 auch den Bau des nötig gewordenen zweiten Schweinestalls mit. Auf dem Hof bleiben seine Hilfe und sein Geschick weiter gefragt – insbesondere, wenn es im Sommer darum geht, Erntewagen zu beladen oder Strohmieten zu packen. Sein plötzlicher Tod am 1. Juli 1973, dem eine zunächst beherrschbar erscheinende Lungenentzündung vorausgeht, kommt deshalb für die Familie überraschend. Beerdigt ist er drei Tage darauf auf dem Friedhof der St. Elisabeth-Kirche in Hude.