Bernhard Wilkens wird am 22. September 1826 als zweites Kind von Tönjes Hinrich Wilkens Senior und Anna Sophia Wilkens auf dem elterlichen Hof an der Pirschstraße in Hurrel (heute: Udo und Svetlana Wilkens) geboren. Er ist der jüngere Bruder von Anna Wilkens und der ältere Bruder von Sophia Wilkens, Tönjes Hinrich Wilkens Junior, Bernhard Wilkens, Sophie Gesine Wilkens und Meta Wilkens. Darüber hinaus hat er mit Gesine Wilkens und Margarete Wilkens noch zwei jüngere Halbschwestern aus der zweiten Ehe seines Vaters mit Margarete Heyne.
Obwohl Bernhards Geburt beinahe 200 Jahre zurückliegt, beschäftigt ein Parallel-Ereignis die Nachwelt bis heute: Zu wem gehört der Totenkopf, den sich Deutschlands berühmtester Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe am 24. September 1826 von zwei Bediensteten der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in seine Privatwohnung in Weimar liefern lässt und der ihn am Folgeabend zu seinem Gedicht „Bei Betrachtung von Schillers Schädel“ inspiriert? Eine Frage mit langer Vorgeschichte und einem noch längeren Nachspiel. Erst im Mai 2008 steht fest: Der Schädel saß definitiv nicht auf Friedrich Schillers Schultern, dessen Sarg seither leer neben dem Sarg Goethes in der Weimarer Fürstengruft ruht. Knapp zehn Jahre später tobt noch immer ein Streit darüber, was letztlich mit den dort bislang verwahrten sterblichen Überresten geschehen soll.
Ein anderes für spätere Generationen literarisch festgehaltenes Ereignis aus dem September 1826 findet ganz in der Nähe von Hurrel statt: Im Rahmen einer groß angelegten Bildungsreise, die ihn durch mehrere europäische Länder führt, macht der aufstrebende Stuttgarter Schriftsteller Wilhelm Hauff für insgesamt zwölf Tage in Bremen Station. Die von reichlich Weingenuss begleiteten Erlebnisse in der Hansestadt verarbeitet er kurz darauf in der Novelle „Phantasien im Bremer Ratskeller“. Es soll eine seiner letzten Veröffentlichungen sein: Bei einer im August 1827 angetretenen Studienreise durch Tirol infiziert sich Hauff mit Typhus und stirbt nur drei Monate später, eine Woche nach der Geburt von Tochter Wilhelmine und zwei Wochen vor seinem 25. Geburtstag.
Ein Alter, das Bernhard Wilkens in Hurrel bei weitem nicht erreichen soll. Sein nur zweieinhalb Jahre langer Lebensweg endet am 10. Februar 1829 – ohne dass das Huder Kirchenbuch die Ursache seines Todes nennt. Beerdigt ist er wenige Tage später auf dem Friedhof der St.-Elisabeth-Kirche in Hude.