Sophia Wilkens – Biographie

Sophia Wilkens wird am 25. September 1828 als drittes Kind von Tönjes Hinrich Wilkens Senior und Anna Sophia Wilkens auf dem elterlichen Hof in Hurrel (heute: Udo und Svetlana Wilkens) geboren. Sie ist die jüngere Schwester von Anna Wilkens und Bernhard Wilkens und die ältere Schwester von Tönjes Hinrich Wilkens Junior, Bernhard Wilkens, Sophie Gesine Wilkens und Meta Wilkens. Darüber hinaus hat sie mit Gesine Wilkens und Margarete Wilkens noch zwei jüngere Halbschwestern aus der zweiten Ehe ihres Vaters mit Margarete Heyne.

Ähnlich wie bei ihrem älteren Bruder Bernhard ist der Zeitpunkt von Sophias Geburt eng mit einer historischen Persönlichkeit verbunden, um die sich auch fast zwei Jahrhunderte nach ihrem Tod noch Geheimnisse ranken. In diesem Fall ist es der lateinamerikanische Freiheitskämpfer Simón Bolívar: Dank der Hilfe seiner Geliebten Manuela Sáenz, die ihn im letzten Augenblick warnt, entgeht Bolívar am 25. September 1828 in Bogotá nur knapp einem Attentat. Er stirbt allerdings bereits zwei Jahre später – ob an Tuberkulose oder durch heimtückischen Giftmord, ist bis heute umstritten. Auch eine 2010 von Venezuelas damaligem Staatschef Hugo Chávez angeordnete Exhumierung bringt in dieser Frage keine endgültige Klarheit.

Kaum Zweifel gibt es dagegen in einem Mordprozess, über den man 1828 vermutlich auch in Hurrel spricht: Im nahegelegenen Bremen steht die Witwe Gesche Gottfried unter Anklage, weil sie insgesamt 15 Menschen mit Arsen vergiftet haben soll. Ein anderes, mit Bremen in Verbindung stehendes Gesprächsthema jener Jahre schlägt wiederum den Bogen zu Lateinamerika: Die Hansestadt ist zwischen 1826 und 1828 Drehscheibe deutscher Brasilien-Auswanderer. Nur einen Tag nach Sophias Geburt sticht etwa von Bremen aus der Dreimaster „Olbers“ mit 875 Passagieren und Zielhafen Rio de Janeiro in See.

Ob das Thema Auswanderung – wie für mehrere Mitglieder der nächstfolgenden Generation der seit 1761 in Hurrel siedelnden Wilkens-Familie – eines Tages auch für Sophia akut geworden wäre, darüber lässt sich nur spekulieren. Falls ja, wäre die Reise vermutlich eher nach Nordamerika gegangen. Doch so weit kommt es nicht: Sophia stirbt nur vier Wochen nach ihrer Geburt, ohne dass das Huder Kirchenbuch Auskunft über die Todesursache gibt. Beerdigt ist sie wenige Tage später in Hude auf dem Friedhof der St.-Elisabeth-Kirche.