Werner Ahlers – Biographie

Werner Georg Karl Ahlers wird am 22. November 1954 als drittes Kind von Alfred Ahlers und Gertrud Ahlers geboren. Er ist der jüngere Bruder von Christa Klintworth und der ältere Bruder von Rita Zucker.

Schon die erste Geburt in der Familie Ahlers verläuft alles andere als normal: Christa und ihre im Oktober 1953 kurz nach der Geburt namenlos verstorbene Schwester sind Zwillingskinder, was in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts – künstliche Befruchtung ist damals noch ein Fremdwort – deutlich seltener vorkommt als heutzutage. Heute liegt die Wahrscheinlichkeit, Zwillinge zu gebären, in etwa bei 1,8 Prozent, damals war sie nur etwas mehr als halb so hoch. Auch die Kombination Mädchen-Mädchen ist in aller Regel die am wenigsten häufigste. Zur Welt kommen Christa und ihre Schwester bereits nach rund sieben Monaten, also viel zu früh – was bei Zwillingen wiederum eher die Regel als die Ausnahme ist. Auch die Tatsache, dass die Ärzte zunächst von einer ganz gewöhnlichen Geburt ausgehen, passt ins Bild: Definitiv feststellen lässt sich eine Mehrlingsschwangerschaft schließlich nur durch Ultraschall – ein Verfahren, das in der Geburtsvorbereitung erst seit Ende der 60er Jahre zur Anwendung kommt.

Anhand der Vorgeschichte sind sowohl Eltern als auch Ärzte bei Gertruds zweiter Schwangerschaft entsprechend sensibilisiert – ohne dass jedoch irgendwelche Besonderheiten zutage treten. Zunächst zumindest, denn auch diese Schwangerschaft ist kürzer als normal und endet bereits nach acht Monaten. Rein äußerlich erscheint Werner jedoch gesund und normal entwickelt. Nach einigen Tagen in der Klinik werden Mutter und Kind deshalb als gesund nach Hause entlassen.

Dass dieser Eindruck täuscht, stellt sich jedoch bereits nach wenigen Monaten heraus. Werner macht in seiner Entwicklung keinerlei Fortschritte, er nimmt kaum an Gewicht zu und er leidet häufig unter hohem Fieber, was immer wieder Krankenhausaufenthalte erforderlich macht. Dort bekommt man das Fieber zwar jedes Mal recht schnell in den Griff, wirklich helfen kann der Familie aber das ganze folgende Jahr hindurch niemand.

Im Februar 1956 – in Hurrel herrschen eisige Temperaturen von teilweise minus 20 Grad – bekommt Werner wieder hohes, über mehrere Tage anhaltendes Fieber. Seine Eltern wollen ihn ins Krankenhaus bringen, der am Telefon hinzugezogene Hausarzt rät jedoch davon ab. Erst nach Werners Tod am 12. Februar und seiner Beerdigung auf dem Friedhof der St.-Elisabeth-Kirche in Hude erhalten Gertrud und Alfred eine genauere Diagnose: doppelseitige Gehirnblutung, die nach Auskunft der Ärzte bereits seit der Geburt bestanden hat.