Marta Haverkamp – Biographie

Marta Haverkamp wird am 15. Juli 1905 als drittes Kind von Johann Heinrich Nehls und Mathilde Nehls in Vielstedt geboren. Sie ist die jüngere Schwester von Alma und Hinrich Nehls und die ältere Schwester von Karl und Lina Nehls.

Marta ist das erste Kind, das ihre Eltern aufwachsen sehen: Ihre beiden im Juli 1903 geborenen Zwillings-Geschwister sterben nur wenige Monate nach der Geburt – Alma Anfang Oktober, Hinrich Mitte November. Auch Martas jüngere, im November 1909 geborene Schwester Lina stirbt Anfang Januar 1918 nach kurzer, im Huder Kirchenarchiv nicht exakt benannter Krankheit. Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass Marta und ihren im November 1906 geborenen Bruder Karl zeitlebens ein besonders enges Band verbindet. Hinzu kommt, dass die beiden überlebenden Geschwister schon im frühen Kindesalter einen weiteren Verlust zu verkraften haben: Ende Januar 1913 – die jüngste Schwester Lina ist da gerade einmal drei Jahre alt – erliegt ihre Mutter im Alter von nur 36 Jahren den Folgen einer Lungenentzündung.

Nach dem Tod der Mutter hilft Marta nach Kräften, die von ihrem Vater betriebene, rund 15 Hektar große Landwirtschaft am Laufen zu halten. Auch nach dem Abschluss der achtjährigen Volksschule in Vielstedt bleibt sie zunächst weiter auf dem Hof – ob sie zwischenzeitlich oder danach noch bei einem anderen Bauern in der näheren Umgebung in Stellung geht, ist in der Familie nicht überliefert. Aktenkundig ist dagegen das Datum ihrer Hochzeit mit Emil Haverkamp aus Hurrel: Die beiden treten am 26. Oktober 1934 in Hude vor den Traualtar. Anschließend zieht Marta auf den Hof ihres Mannes am Vossbarg, den dieser zusammen mit seiner Mutter Annchen Sparke und deren zweitem Mann Georg Sparke bewirtschaftet.

Das Leben auf dem Haverkamp-Sparke-Hof verläuft in den ersten Jahren nicht stressfrei. Vor allem die regelmäßigen, stets ohne seine Frau angetretenen Kuren des angeheirateten Schwiegervaters in Bad Nauheim sorgen bei Marta, die schon bald nach dem Einzug die Buchführung des Hofes übernimmt, für Verdruss. Nach dem Tod der Schwiegermutter im November 1936 kommen Erbstreitigkeiten hinzu. Doch die Zeiten sind hart, und so arrangiert man sich – zumal kurz darauf Familienzuwachs ansteht: Im Juli 1937 wird Martas und Emils Tochter Elfriede geboren.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 ist Marta froh, dass ihr unter gelegentlichen Asthma-Anfällen leidender Mann zunächst nicht zur Wehrmacht eingezogen wird. So kann er ihr auch bei der Geburt des zweiten Kindes Ewald im Juli 1941 beistehen. Erst Anfang 1945 wird Emil doch noch zum Volkssturm verpflichtet, kehrt aber von seinem Einsatz in einer Flugabwehrstellung an der Nordsee unversehrt zurück.

Anfang Mai 1945 ist der Krieg zu Ende; mit der Ankunft der Flüchtlinge Franz, Magdalena und Gerd Röcker müssen die fünf Mitglieder der Familie Sparke-Haverkamp jedoch noch ein Stück enger zusammenrücken. In den folgenden Jahren trägt Marta wesentlich zum Lebensunterhalt bei, indem sie den stetig wachsenden Geflügelbestand des Hofes betreut und regelmäßig zum Markt nach Oldenburg fährt, um dort Eier, Hühner und Gänse zu verkaufen. Im Juli 1953, einige Monate nach dem Tod des Schwiegervaters Georg Sparke, wird der Hof auf Emil überschrieben. Marta bleibt jedoch weiter für die Buchführung zuständig und ist in den folgenden zwei Jahrzehnten diejenige in der Familie, die am besten bis ins Detail über jedes einzelne gehaltene Stück Vieh berichten kann.

Zum ersten Mal jäh unterbrochen wird Martas Schaffensdrang Mitte der 70er Jahre, als sie einen Schlaganfall erleidet. Trotz kurzfristigem Gedächtnisverlust erholt sie sich schnell wieder und arbeitet auf dem mittlerweile an Ewald und dessen Frau Adda verpachteten Hof weiter wie bisher – bis sie einige Jahre später die Diagnose Krebs bekommt. Auch diese Krankheit überwindet Marta jedoch, so dass sie nach der Juni 1980 erfolgten Hofübergabe an Ewald zusammen mit Emil ihren Ruhestand genießen und im Oktober 1984 Goldene Hochzeit feiern kann. Danach lassen ihre Kräfte allmählich nach: Marta stirbt am 14. August 1987 an Altersschwäche und wird vier Tage später auf dem Friedhof der Huder St.-Elisabeth-Kirche begraben.