Johann Pieper – Biographie

Johann Jürgen Diedrich Pieper wird am 30. August 1840 als sechstes Kind von Claus Pieper und Anna Pieper in Hurrel geboren. Er ist der jüngere Bruder von Anna Margareta Lüschen, Johann Diedrich Pieper, Claus Heinrich Pieper, Hermann Diedrich Pieper und Metta Maria Jantzen und der ältere Bruder von Hermann Friedrich Pieper. Zwei seiner älteren Geschwister lernt er allerdings nie kennen: Johann Diedrich stirbt 1832 im Alter von vier Jahren, Hermann Diedrich 1835 im Alter von drei Monaten.

Die Geburt von Johann einem der heute noch in Hurrel existierenden Höfe zuzuordnen, fällt nicht ganz leicht. Auf dem Hof von Gerold Pflug an der Bremer Straße, der seit der Gründung 1521 von insgesamt acht Generationen der Familie Pieper bewirtschaftet wird, kommt es bereits 1783 durch Einheirat des aus Vielstedt stammenden Dierck Rüdebusch zu einem Namenswechsel. Also Fehlanzeige. Auch der direkt gegenüberliegende Hof von Gerd Schwarting (Drengort 1), der 1681 von Eylert Pieper – einem abgehenden Sohn aus dem heutigen Pflug-Hof – begründet wird, scheint nicht so recht zu passen: Er ist seit 1828 im Besitz von Hermann Hartmann.

Der heutige Hof von Hildegard Gramberg (Hasenlager 1) – bis 1838 im Besitz von Johann Hinrich Pieper – scheidet ebenfalls aus, so dass die Spur letztlich doch wieder auf den Schwarting-Hof zurückführt. Dieser wird nämlich ab 1793 von Johanns Großeltern Claus Pieper Senior und Anna Margarete Pieper bewirtschaftet. Nach der Geburt dreier Kinder – darunter Claus Junior – und dem frühen Tod von Johanns Großvater 1799 heiratet seine Großmutter 1803 ein zweites Mal, und zwar Harm Hinrich Hartmann aus Lintel.

Der jüngste Sohn aus dieser neuen Verbindung und spätere Hoferbe Hermann Hartmann ist somit ein Halbbruder von Johanns Vater Claus Pieper, der laut Seelenregister von 1799 auf dem heutigen Schwarting-Hof groß wird. Das beweist zwar noch nicht, dass dies auch für Johann und seine vier überlebenden Geschwister zutrifft. Die Existenz gleich zweier Heuerhäuser legt jedoch nahe, dass Claus Pieper nach Schulabschluss und Heirat als Heuerling auf dem Betrieb seines Halbbruders Hermann Hartmann arbeitet.

Wie auch immer: Johann wächst in Hurrel auf und besucht vermutlich ab Frühjahr 1847 die gemeinsam mit dem Nachbardorf betriebene Volksschule in Lintel. Im April 1858 stirbt sein Vater, nur ein Jahr darauf Hermann Hartmann. Wahrscheinlich hat Johann zu diesem Zeitpunkt sein Elternhaus bereits verlassen. Der frühere Pieper-Hartmann-Hof wird daraufhin an Gerhard Schwarting aus Altmoorhausen verkauft, den Ur-Urgroßvater des heutigen Besitzers Gerd Schwarting.

Für die Nachwelt festgehaltene Spuren hinterlässt Johann erst wieder am 21. Juni 1874. An diesem Tag heiratet er in Brake Gesine Rogge aus Bürstel. Der Ehe entstammen insgesamt vier Kinder: Emma Catharina (März 1875), Friedrich August (Oktober 1876), Johann Hinrich (November 1878) und Anna Catharine (April 1882). Alle vier sind im ostfriesischen Dorf Berum bei Norden geboren, wo Johann nach der Hochzeit als Kutscher arbeitet. Was genau ihn dorthin – mehr als 100 Kilometer von Hurrel und Brake entfernt – verschlägt, ist nicht überliefert.

Den Ruhestand verbringen Johann und Gesine in Ovelgönne, wo ihr Sohn Johann Hinrich im Ortsteil Logemannsdeich einen Bierverlag und später eine Gastwirtschaft betreibt. Dort stirbt Gesine im Januar 1924 an Altersschwäche. Johann folgt ihr am 11. Juli 1928, wenige Wochen vor seinem 88. Geburtstag. Beerdigt ist er fünf Tage später auf dem Friedhof der Martinskirche in Ovelgönne.