Hinrich Helms – Biographie

Hinrich Helms wird am 23. Februar 1936 als erstes Kind von Johann und Herta Helms geboren. Er ist der ältere Bruder von Hannelore Pupka.

Hinrich wächst mit den Eltern und seiner Schwester zunächst auf dem Hof seiner Großeltern in Tweelbäke auf. Als im September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbricht, wird sein Vater zur Wehrmacht einberufen – und kehrt nicht mehr zurück. Seine Mutter zieht daraufhin mit den beiden Kindern in eine kleine Wohnung am Südweg in Osternburg. Von dort aus besucht Hinrich weiter die Volksschule Tweelbäke am Borchersweg, die er wie damals üblich nach Abschluss der achten Klasse verlässt.

Nach seiner Schulzeit ist Hinrich auf mehreren Höfen der Umgebung in Stellung, unter anderem bei Georg Heinrich Hollmann in Lintel. An den Wochenenden besucht er meist mit Freunden Schützenfeste oder sonstige öffentliche Tanzveranstaltungen, die zu jener Zeit regelmäßig von Gastwirten wie Anton Budde in Altmoorhausen oder Otto Mehrings in Hurrel abgehalten werden. Auch für Faschings- und Kostümbälle kann sich Hinrich begeistern, wie Mitte der 50er Jahre aufgenommene Fotos belegen.

Bei einer dieser Gelegenheiten lernt Hinrich Hilde Franz kennen, deren Eltern Erwin und Caroline Franz im Hurreler Sand in unmittelbarer Nähe der Ahnenstätte Hilligenloh eine kleine Landwirtschaft betreiben. Die beiden heiraten am 7. Juni 1957 und Hinrich zieht nach Hurrel. Vier Monate später, am 5. Oktober, kommt Tochter Rita zur Welt.

Obwohl Erwin Franz den ursprünglich nur vier Hektar großen Hof durch erste Zupachtungen bereits vor der Hochzeit seiner Tochter etwas vergrößert hat, reichen Fläche und Tierbestand nicht aus, um davon zwei Familien zu ernähren. Für Hinrich ist deshalb von vornherein klar, dass er und Hilda die Landwirtschaft nur im Nebenerwerb betreiben werden. Sein Haupt-Einkommen bezieht er künftig wie bereits in den Monaten zuvor von der Berliner Firma Viehloma, die in Tweelbäke eine Lohn- und Versandschlachterei betreibt. Zwar kommt Hinrich nicht vom Fach, doch er arbeitet sich schnell ein und gehört bei Viehloma bald zum festen Stammpersonal. Seit dieser Zeit ist er in Hurrel und Umgebung gelegentlich auch als Hausschlachter unterwegs.

Die 60er Jahre beginnen für Hinrich mit einem tragischen Schicksalsschlag in der Familie: Seine nach Minden verzogene Schwester Hannelore verunglückt auf der Fahrt nach Oldenburg mitsamt ihrem Mann und den drei kleinen Kindern. Lediglich Hinrichs Nichten Dagmar und Claudia Pupka überleben den Unfall, sie werden fortan von Hinrichs Mutter Herta in Osternburg großgezogen. Anderthalb Jahrzehnte später produziert Dagmars Name überregional Schlagzeilen, als sie am 16. Oktober 1979 im Blankenburger Holz Opfer eines erst wenige Wochen zuvor aus der Haft entlassenen Triebtäters wird. Ein Mord, der auch in Hurrel Trauer und Entsetzen hervorruft, denn Dagmar hat bei ihrem Onkel und den Kusinen Rita und Sabine (geboren am 18. Oktober 1965) regelmäßig einen Teil ihrer Ferien verbracht.

In den 70er und 80er Jahren nimmt für Hinrich neben Familie, Arbeit und Landwirtschaft unter anderem auch der Schützenverein Hurrel einen großen Raum ein: Als Fahnenträger ist er bei allen wichtigen Veranstaltungen dabei. Bereits Anfang der 80er Jahre zeichnet sich jedoch ab, dass Hinrich künftig sowohl bei der Arbeit als auch auf Festen und Feiern kürzertreten muss. Was mit den Bronchien beginnt, greift bald auf andere Teile des Körpers über; insgesamt drei Kuraufenthalte – einmal in Bad Wildungen und zweimal in Bad Lippspringe – bringen keine Linderung. Nach längerer Krankschreibung und mehreren Klinikaufenthalten stirbt Hinrich schließlich am 16. Januar 1995, nur wenige Monate vor der Geburt seines dritten Enkelkindes Svenja. Beerdigt wird er vier Tage später auf dem Friedhof der St.-Elisabeth-Kirche in Hude.