Gretchen Janßen – Biographie

Gretchen Friederike Janßen wird am 8. März 1912 als Tochter von Karl Gerhard August Meyer und Martha Sophie Meyer in Rethorn geboren. Sie ist die Schwester von Mariechen Wessels, Hilde Hinderks, Käthe Mangels und Herbert Meyer.

Über die Kinder- und Jugendzeit von Gretchen ist in Hurrel nicht viel bekannt. Sie wird aber in ihrem Heimatort die Volksschule besucht haben und – wie zu jener Zeit üblich – anschließend in einem oder mehreren Haushalten in Stellung gegangen sein. Wann genau sie ihren ebenfalls aus Rethorn stammenden Mann Heinrich Janßen kennenlernt, ist gleichfalls nicht überliefert.

Gretchen und Heinrich heiraten am 3. Juli 1943 in Ganderkesee, mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs. Für den bereits 1896 geborenen, als Müller arbeitenden Heinrich ist es nach dem Tod der ersten Frau bereits die zweite Ehe. Sie bleibt kinderlos und währt nur etwas mehr als 15 Jahre: Heinrich stirbt am 21. März 1959.

Nach Heinrichs Tod wohnt Gretchen zunächst weiter in Rethorn in dem Haus, das ihr Mann ihr hinterlassen hat. Die veränderte Situation bringt sie jedoch dazu, sich noch einmal völlig neu zu orientieren. Auf der Suche nach Arbeit und neuen Lebensumständen antwortet sie im Sommer 1960 auf eine Stellenanzeige von Erich Vosteen aus Hurrel. Der Vater von drei Töchtern ist bereits seit 1954 Witwer und sucht, da nach der 1957 ausgezogenen mittleren Tochter Hilde Anfang September auch die älteste Tochter Gerda den Hof verlassen wird, nach einer zuverlässigen Haushälterin.

Was als Arbeitsverhältnis beginnt, entwickelt sich schnell zu mehr: Als 1964 auch die jüngste Tochter Elli auszieht, sind Erich und Gretchen längst ein Paar. Eine Heirat ist allerdings für beide schon aus finanziellen Gründen kein Thema.

In den folgenden Jahren bewirtschaften Erich und Gretchen weiter den Vosteen-Hof – bis Erich Anfang 1973 das Rentenalter erreicht und die Landwirtschaft aufgibt. Fortan bleibt beiden mehr Zeit für freizeitliche Aktivitäten, was sie insbesondere an den Wochenenden für ausgedehnte Tagestouren nutzen. Begleitet werden sie dabei oft von Erichs Kusine Marta Haverkamp und deren Mann Emil. Längere Urlaubsreisen möchte Gretchen aufgrund ihrer sich mit zunehmendem Alter verschlimmernden Zuckerkrankheit allerdings nicht mehr in Angriff nehmen. Vor allem die Augen machen ihr in diesem Zusammenhang zu schaffen.

Letztlich sind es die Spätfolgen der Diabetes, die diese für beide trotz aller Einschränkungen schöne Zeit allzu früh beenden: Gretchen stirbt nach kurzer, krankheitsbedingter Bettlägerigkeit am 13. Juli 1984. Beerdigt ist sie vier Tage später in Ganderkesee auf dem Friedhof an der Urneburger Straße.