Friedrich Wilkens – Biographie

Friedrich Wilkens wird am 24. April 1889 als fünftes Kind von Tönjes Hinrich Wilkens Junior und Gesine Wilkens in Hurrel geboren. Er ist der jüngere Bruder von Anna Tönjes, Gesine Schweers, Bernhard Wilkens und Hinrich Wilkens. Darüber hinaus hat er mit Heinrich Wilkens, Johann Heinrich Wilkens und Catharine Grummer drei ältere Halbgeschwister aus den beiden früheren Ehen seines Vaters mit Metta Margareta Wilkens und Gesche Margarete Wilkens.

Friedrich wächst auf dem elterlichen Hof in Hurrel (heute: Udo und Svetlana Wilkens) auf und besucht zunächst zwei Jahre lang die zu jener Zeit gemeinsam mit dem Nachbardorf betriebene Volksschule in Lintel – den eigenen, am 26. Juni 1960 zu Papier gebrachten Erinnerungen zufolge war sein erster Schultag der 8. Mai 1895. Als Hurrel 1897 gegenüber der Gastwirtschaft von Carl Busch ein eigenes Schulgebäude erhält, verkürzt sich sein täglich zu Fuß zurückgelegter Schulweg von knapp zwei Kilometer auf etwas mehr als einen Kilometer.

Wie es in der damals von Georg Bernhard Schelling geleiteten Hurreler Volksschule zuging, beschreibt Friedrich in seinen Erinnerungen recht detailliert: „Der Unterricht begann mit einem Lied aus dem Gesangbuch mit anschließendem Gebet. Dann Schreiben, Rechnen und so weiter. Von 12.00 Uhr bis 13 Uhr Pause! Der Unterricht begann und endete am Nachmittag mit einem Gebet. Schulschluss um 16 Uhr! Jede Woche hatten wir eine Bibelstunde. Während meiner achtjährigen Schulzeit gingen wir in den Wintermonaten jeden Freitagvormittag zum Konfirmandenunterricht in die Pastorei nach Hude. Wir waren insgesamt 111 Konfirmanden.“

Nach Konfirmation und Schulabschluss arbeitet Friedrich zunächst bei seinen Eltern und später als Knecht bei verschiedenen Bauern in der näheren Umgebung. Wann in ihm der Entschluss reift, Deutschland den Rücken zu kehren und in die USA auszuwandern, ist nicht genau überliefert. Es steht aber zu vermuten, dass er dazu durch das Beispiel seiner Geschwister Heinrich und Anna ermuntert wird, die diesen Weg bereits einige Jahre vor ihm gegangen sind.

Exakt belegt ist dagegen der Tag seiner Abreise: Recherchen der Oldenburgischen Gesellschaft für Familienkunde zufolge schifft sich Friedrich am 2. September 1911 in Bremerhaven auf dem Passagierdampfer George Washington ein, der acht Tage später in New York anlegt. Von dort geht es am 14. September weiter nach Pender in Nebraska, wo seine Schwester Anna mit ihrem ebenfalls aus Hurrel stammenden Mann Heinrich Tönjes eine Farm betreibt. Dort arbeitet Friedrich knapp fünf Jahre lang, bevor er 1916 die erste selbst bewirtschaftete Farm pachtet.

Am 22. Juni 1924 heiratet Friedrich Helene Gloystein aus Wardenburg, die seit ihrer Einwanderung im Oktober 1922 bei ihrem Onkel Heinrich Barelmann in Wisner lebt, einen rund 30 Kilometer von Pender entfernt liegenden Nachbarort. Im Jahr darauf kommt Tochter Aleatha zur Welt, im März 1929 dann Sohn Eldor Henry. Noch im selben Jahr kaufen Friedrich und Helene eine fünf Meilen südlich und dreieinhalb Meilen westlich von Pender gelegene Farm, die sie rund 30 Jahre bis zu ihrem Ruhestand bewirtschaften.

Danach verliert sich Friedrichs Spur. Sicher ist nur, dass er am 3. Februar 1978 im Alter von 88 Jahren in Pender stirbt – zwölf Jahre nach Helene und ohne die alte Heimat noch einmal wiedergesehen zu haben. Seine letzte Ruhestätte findet er neben seiner Frau auf dem St. Mark’s Lutheran Cemetery in Pender.