Dieter Timmermann – Biographie

Dieter Timmermann wird am 27. September 1935 als zweites Kind von Karl Timmermann und Adele Timmermann geboren. Er ist der jüngere Bruder von Gertrud Ahlers und wächst auf dem elterlichen Hof in Hurrel auf (heute: Christa und Günter Klintworth).

Dieter gehört jener Generation von Hurrelern an, die ihren Vater kaum kennen lernen – dieser wird bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zur Luftwaffe eingezogen, noch bevor Dieter seinen vierten Geburtstag feiern kann. Die folgenden Jahre sind geprägt von Sorgen, Ängsten und der allgegenwärtigen Mangelwirtschaft, aber auch vom engen Zusammenrücken in der Nachbarschaft, zu der als Spielgefährten unter anderem Wilhelm und Hanna Meyer, Robert, Rudolf und Lorenz von Kempen sowie Elfriede und Gerold Wachtendorf gehören.

Als der Krieg im Mai 1945 endlich zu Ende geht, lässt er Dieter zwar nicht als Halbwaise zurück. Im Alltag der Familie wirkt er gleichwohl noch lange nach: Karl Timmermann kehrt physisch und psychisch angegriffen aus alliierter Gefangenschaft zurück und stirbt bereits im August 1949, anderthalb Jahre vor Dieters Konfirmation.

Nach dem Abschluss der Volksschule Hurrel strebt Dieter zunächst eine Ausbildung als Tischler an, findet aber keine entsprechende Lehrstelle. Mit dem Zweitwunsch Maurer hat er dann mehr Glück. Zudem bekommt er mit Gerd Janzen aus Hude einen Lehrherrn, der ihm eine lebenslang anhaltende Freude an diesem Beruf vermittelt.

Auch nach seiner Gesellenprüfung arbeitet Dieter weiter für Gerd Janzen und ist in dieser Zeit unter anderem am Bau des Huder Naturbades beteiligt. In der Freizeit engagiert er sich im Anfang der 50er Jahre noch einmal zu neuer Blüte auflebenden Hurreler Radfahrverein „Wanderlust“ und spielt Theater im Sandersfelder Heimatverein. Auf Polterabenden und anderen Feierlichkeiten in der näheren Umgebung ist er zudem – wie auch sein Onkel Friedel Timmermann – als Akkordeonspieler ein gern gesehener Gast.

Im Juli 1953 bekommt der neben Dieter aus Mutter Adele, Schwester Gertrud und Großvater Diedrich Düßmann bestehende Vier-Personen-Haushalt der Familie Timmermann Zuwachs: Gertruds Ehemann Alfred Ahlers zieht ein. Mitte Oktober folgt – als Sieben-Monats-Kind – die neugeborene Tochter Christa, deren namenlos gebliebene Zwillingsschwester nur wenige Stunden lang lebt. Im Juni des darauffolgenden Jahres stirbt auch Großvater Diedrich, im Februar 1956 schließlich Dieters im November 1954 mit einer doppelseitigen Gehirnblutung zur Welt gekommener Neffe Werner.

Knapp zwei Jahre nach diesem Schicksalsschlag kaufen Gertrud und Alfred ein Haus in Lintel, so dass Dieter eine Zeitlang mit seiner Mutter alleine wohnt. Kurz darauf lernt er auf einem Tanzabend im damals von Wilhelm Noll betriebenen Wüstenlander Hof Christel Kunkel kennen, die 1946 mit ihrer Familie aus dem ehemaligen Reichsgau Wartheland nach Wüsting gekommen ist. Nach ihrer Verlobung Weihnachten 1959 heiraten die beiden am 1. Juni 1962 und wohnen weiter bei Adele an der Hurreler Straße. Dort verbringen auch die im April 1963 und im August 1964 geborenen Kinder Arthur und Sieglinde ihre ersten Lebensjahre.

Nach dem beruflichen Wechsel zum Altmoorhauser Maurermeister Herbert Urban zieht es Dieter Ende der 60er Jahre auch privat ins Nachbardorf: Auf einem 1970 von Otto Rudolph gekauften Grundstück am Piepersweg errichtet er nahezu komplett in Eigenleistung ein Wohnhaus, das er im Juni 1972 mit seiner Familie bezieht und das ihm genügend Raum lässt für ein neben der Musik weiteres großes Hobby, der Kaninchenzucht.

In den folgenden Jahren arbeitet Dieter weiter als Maurer, was ihm aber mit fortschreitendem Alter mehr und mehr gesundheitliche Probleme bereitet. Ein Lungenleiden führt schließlich 1990 zur Frühverrentung. Nach einem plötzlichen Herzversagen stirbt Dieter am 13. April 1992 im Alter von nur 56 Jahren. Beerdigt ist er wenige Tage später auf dem Friedhof der St.-Elisabeth-Kirche in Hude.